von Marc Andrew Levigion

1. Einleitung

Das Seminar „Real Utopias – Nachhaltige Organisation von Kultur und Kreativität“ behandelte verschiedenste Themenbereiche aus dem historischen und speziellen Konzept der Utopie, insbesondere auch die Idee der “Realen Utopie” (nach Erik Olin Wright). Im erweiterten Bereich des Seminars wurde der Gedanke der Utopie auch mit den Zielen der Nachhaltigkeit, der Ressourcenknappheit, der kulturellen Nützlichkeit
und der Vielfalt (Sustainable Development Goals) verbunden. Als “intentionale Gemeinschaften” oder durch “städtische Ökokulturen” (Jameson, 1998) greifbar umgesetzt, bestehen solche Räume der Nachhaltigkeit als Orte für kulturelle Innovation im Sinne der Realen Utopie bereits; Beispiele dafür sind die sogenannten “Ökodörfer” oder “Ecovillages”.

Denn im Zuge von Urbanisierung und Gentrifizierung stellen sich drängende Fragen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens im kapitalistischen
System; der Ressourcennutzung und der Machbarkeit von alternativen Konzepten im Umgang mit Mensch und Natur auf – einige dieser Fragestellungen könnten in den Erfahrungen von umgesetzten, realen Utopien beantwortet werden. Wie der Verein “Wir sind Dorf e.V.” aus Hamburg treffend formuliert, benötigt es einen strukturellen Wandel hin zu “Dörfern in der Stadt” und “Dörfern auf dem Land” – als planerisch gestaltete, nachhaltige Raumsysteme, die durch ein neues Verständnis des gemeinschaftlichen Besitzes (und dessen Nutzung) ressourcenfressende Individualisierungstendenzen unserer Gesellschaft überwinden, aber zugleich Freiraum für eine individuelle
Persönlichkeitsentfaltung zur Verfügung stellen (Website des Wir Sind Dorf e.V. 2019). Diese Arbeit widmet sich den Begriffen der “Utopie”, der “Realen Utopie”, dem Begriff des “Ökodorf” und seiner Definitionen, sowie im Besonderen dem Ökodorf “Sieben Linden”, einer sozial-ökologischen Modellsiedlung und Gemeinschaft in der altmärkischen Gemeinde Beetzendorf – als beispielhaftes Modell für nachhaltigeres Leben und Wirtschaften im Alltag eines kapitalistischen Systems.

 

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Literatur*

  • Jameson, F. 1992 (Hrsgbr.), Neuauflage 1998, Duke University Press, “Postmodernism, or The Cultural Logic of Late Capitalism”
  • Neupert-Doppler, A. 2015 (Hrsgbr), Erstauflage 2015, Schmetterling Verlag, “Utopie – Vom Roman zur Denkfigur”
  • Amberger A., Möbius, T., 2017, Springer Verlag, “Auf Utopias Spuren”
  • Havemann, R. (Hrsgbr.) 1980, Edition Zeitsprung, “Morgen. Die Industriegesellschaft am Scheideweg. Kritik und reale Utopie.”
  • Schölderle, T., 2017, Böhlau, UTB “Geschichte der Utopie”
  • Horkheimer, M., 1987, Fischer Verlag, “Dialektik der Aufklärung”
  • Meyer-Kahrweg, D., Sarkowicz, H., Meißner, J., 2001, Inselverlag, “Gelebte Utopien”
  • Saage, R., 2000, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, “Das Ende der politischen Utopie?”
  • Wright, E. O., 2017., Suhrkamp Verlag, “Reale Utopien: Wege aus dem Kapitalismus”
  • Ferretti, F., Berneri, M. L. (Hrsgbr), 2019 “Journey through Utopia: A Critical Examination of Imagined Worlds in Western
    Literature”
  • Habermann, F., Ulrike Helmer Verlag, 2019 “Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag.”
  • Website der Bundeszentrale für politische Bildung unter: www.bpb.de, Zugriff am 11.06.19
  • Website des Wir Sind Dorf e.V. 2019 unter: www.wir-sind-dorf.com, Zugriff am 11.06.19
  • Website des Duden unter: www.duden.de, Zugriff am 08.06.19
  • Website: Wissen.de unter: www.wissen.de, Zugriff am 09.06.2019
  • Website des Ökodorf Sieben Linden unter: www.sieben-linden.org, Zugriff am 11.06.19

 

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