von Per Christian Thomsen

1. Einleitung
Seyla Benhabib wurde am 9. September 1950 als Tochter einer sephardisch-türkischen Familie in Istanbul geboren. Ende der 1970er Jahre promovierte sie im Fach Philosophie an der Universität von Yale, an der sie aktuell die Eugene Meyer Professur für Philosophie und Politikwissenschaft inne hat (Yale University, 2018). Ihre zentralen Forschungsinteressen gelten der feministischen Theorie, der Philosophie globaler Migration und der Frankfurter Schule (Thöne, 2018). In ihrem 2004 auf englisch und 2008 auf deutsch erschienenen Buch Die Rechte der Anderen thematisiert sie die zum Teil widersprüchliche Konkurrenz von Menschenrechtsnormen und staatlicher Souveränität aus diskurstheoretischer Perspektive in Bezug auf das Phänomen der Migration. Für sie stellt die Frage nach dem Erhalt von Mitgliedsrechten von Nicht-Mitgliedern eine der zentralen Fragen dieser Zeit dar (Benhabib, 2005: 674).

Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass es neben traditionellen Formen der politischen Zugehörigkeit (Staatsbürgerschaft) auch andere, nationalstaatliche Grenzen transzendierende Formen (z.B. je nach behandeltem Issue) geben kann, die mit dem Nationalstaat verknüpften
Problematiken, welche die Konstitution des demos hervorruft, allerdings erhalten bleiben, da ein demokratisches Gemeinwesen gewisser territorialer Grenzen bedarf, um überhaupt einen demos konstituieren zu können. Diese Konstitutionen des demos können allerdings auch nach
anderen Kriterien erfolgen, weshalb andere demokratisch legitimierte Institutionen eine größere Rolle neben denen der Nationalstaaten erhalten sollten und werden. Kurz gefasst lautet die Frage dieser Arbeit also: Bietet Seyla Benhabibs Interpretation der Dialektik von Menschenrechten und Souveränitätsnormen eine glaubwürdige Erklärung für den Status Quo der Weltgemeinschaft und hat ihr diskurstheoretischer Ansatz das Potenzial zu einer Ordnung zu führen, welche dem kosmopolitischen Anspruch der Menschenrechte und dem legitimen Interesse eines demos nach Selbstbestimmung Rechnung trägt?

 

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