von Per Christian Thomsen

Einleitung

Das Phänomen der Gewalt spielt heute und spielte in der Vergangenheit eine prominente Rolle in der Politik. Sowohl außen- als auch innenpolitisch kommt es immer wieder zu Situationen in denen Gewalt als Mittel angewandt wird. Entsprechend der Prominenz des Phänomens findet sich eine Reihe wissenschaftlicher Beiträge zum Thema, mit zum Teil konträren Auffassungen und damit auch unterschiedlichen Implikationen für die Deutung der politischen Wirklichkeit und ihrer Ereignisse. Die Gewalt als zentrales Phänomen der Politik, beziehungsweise des politischen Handelns, wird in der politischen Theorie und der philosophischen Tradition selten einzeln betrachtet, sondern taucht meistens in Bezug auf das Phänomen der Macht auf und steht auch bei Arendt und Weber in unmittelbarem Zusammenhang. Desweiteren ist das Verhältnis beider
Phänomene zentral für die Entwicklung des Staatsbegriffes, da es – in der Theorie – mitbestimmt welche Formen die Herrschaft legitimerweise annehmen kann und die Wahl der Mittel beeinflusst, welche für den Erhalt der Herrschaft zum Einsatz kommen (dürfen).

Diese Arbeit nimmt dabei diese zwei Auffassungen von Gewalt und ihrer Rolle in der Politik in den Blick, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Max Weber die Gewalt im Sinne des Monopols legitimen physischen Zwangs (Weber, 1972: 29) als spezifisches Mittel des Staates identifiziert, betont Hannah Arendt, dass „Macht […] in der Tat zum Wesen aller staatlichen Gemeinwesen [gehört], […] Gewalt jedoch nicht.“ (Arendt, 1998b: 52).

 

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Literatur

  • Anter, Andreas, 2013: Theorien der Macht zur Einführung. 2te Ausgabe. Hamburg: Junius Verlag.
  • • Arendt, Hannah, 1998a: Vita activa oder vom tätigen Leben. 10te Auflage. München: Piper Verlag GmbH.
    • Arendt, Hannah, 1998b: Macht und Gewalt. 13te Auflage. München: Piper Verlag GmbH.
    • Fink-Eitel, Hinrich, 1992: Dialektik der Macht. In Angehrn, Emil; Fink-Eitel, Hinrich; Iber, C & Lohmann, G, Hrsg. Dialektischer Negativismus. 1te Auflage. Frankfurt a.M.: Suhrkamp. S. 35-56.
    • Grossmann, Andreas, 2008: Macht als „Urphänomen“ des Politischen. Überlegungen in Anschluss an Hannah Arendt. In Krause, Ralf & Rölli, Marc. Hrsg. Macht – Begriff und Wirkung in der politischen Philosophie der Gegenwart. Bielefeld: transcript Verlag. S. 49-62.
    • Weber, Max, 1972: Wirtschaft und Gesellschaft. 5te Auflage. Tübingen: J.C.B. Mohr