Diskussionspapier Politikfeldanalyse: Bildungspolitik
Hat private Finanzierung von Bildung Einfluss auf deren Ergebnisse?

Die föderale Struktur des deutschen Bildungssystems bedingt eine Vielzahl an Gremien und Institutionen durch die die Länder ihre Bildungspolitik untereinander abstimmen. Der Wissenschaftsrat, in dem Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft zusammenwirken, der Planungsausschuss für Hochschulbau und natürlich die Kultusministerkonferenz dienen der Koordinierung und damit letztendlich einer besseren
Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Bildungsabschlüsse in den einzelnen Ländern. Ein Absolvent der mittleren Reife hat bestimmte Kompetenzen erlangt, ob aus Thüringen oder Schleswig-Holstein. Wodurch unter anderem die Mobilität der Arbeitnehmer gefördert wird.
Nicht erst seit der ersten Pisa-Studie, die eine besondere mediale Wirkung in Deutschland hatte, gewinnt die internationale Vergleichbarkeit der Bildungssysteme und ihrer Absolventen an Bedeutung. Das global agierende Kapital hat nicht nur ein Interesse daran, das Bildungsniveau der
Bürger in unterschiedlichen Staaten miteinander zu vergleichen, sondern zudem auch die zu tragenden Kosten in verschiedenen Bildungssystemen abzuwägen. Von daher erklärt sich, warum die OECD, durch das Zusammentragen einer Vielzahl von Daten und Statistiken der Bildungssysteme
ihrer Mitgliedsstaaten, als ein einflussreicher Akteur in der internationalen Bildungsdebatte gilt.

Einer der Indikatoren in dem von der OECD veröffentlichten international vergleichenden Bildungsbericht, erfasst die Varianz öffentlicher und privater Bildungsausgaben in nationalen Bildungssystemen. Doch ist es überhaupt wichtig, ob die Bildung mehrheitlich aus öffentlicher Hand
finanziert wird oder sind nicht viel mehr die Gesamtausgaben für Bildung, aus öffentlicher wie privater Hand, entscheidend für gute Bildung? Hinter dieser Fragestellung verbirgt sich die These, dass staatlich finanzierte Bildung ein höheres Bildungsniveau eher fördere als privat finanzierte. Die
vorliegende Arbeit möchte also der Frage nachgehen, ob die Größe des Anteils der öffentlichen Bildungsausgaben an den Gesamtausgaben eines Landes für den Bildungssektor im Allgemeinen wie für den Hochschulsektor im Speziellen, einen Unterschied auf die Qualität der Bildungsleistungen macht?

 

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Literatur

  • „Bildung auf einen Blick 2016- OECD Indikatoren“, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2016
  • Brautmeier, Mirjam, „Die Zukunft des Bildungsföderalismus in Deutschland“, Freie Universität Berlin, Berlin, 2013
  • Busemeyer, Marius R., „Bildungspolitik im internationalen Vergleich“, UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz, 2015
  • Fricke, Carola, Grasl, Maximilian, „Mehrebenensysteme: Föderalismus- Europäische Union“, in: Wagschal, U., Jäckle, S., Wenzelburger, G. (Hrsg.) „Einführung in die Vergleichende Politikwissenschaft- Institutionen- Akteure- Policies“, Kohlhammer, Stuttgart, 2015
  • Obinger, Herbert, „Vergleichende Policy-Analyse. Eine Einführung in makro-quantitative und makroqualitative Methoden.“ In: Schubert, K., Bandelow, N-C.(HG), „Lehrbuch der Politikfeldanalyse“, De Gruyter Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, 2014
  • Pickel, S., Pickel, G., Lauth, H-j., Jahn, D., „Vergleichende Politikwissenschaftliche Methoden- Neue Entwicklungen und Diskussionen“, Springer Fachmedien, Wiesbaden, 2003
  • Westle, Bettina (Hrsg.) „Methoden der Politikwissenschaft“, Nomos Verlagsgesellschaft, BadenBaden ,2009Politik Politikwissenschaft Migration